Zweck des Verfahrens:


Die Kartierung der Flechtenvegetation ermöglicht die Feststellung der durch Luftschadstoffe über mehrere zurückliegende Jahre hervor-gerufenen langfristigen pflanzenschädigenden Gesamtwirkung am untersuchten Standort unter gleichzeitiger Berücksichtigung aller anderen einwirkenden Standortfaktoren, wie z.B. (Luft-) Feuchte und Temperatur. Anhand des Vorkommens und der Häufigkeit der vorhandenen baum-bewohnenden Flechten, insbesondere immissionsempfindlicher Arten, lassen sich daher in einem Untersuchungsraum Bereiche unter-schiedlicher Luftgüte dokumentieren.
Die Kartierung der Flechtenvegetation kann deshalb gerade bei der regionalen bzw. lokalen Überwachung der Luftreinhaltung (z.B. durch Wirkungskataster), der Regional-/Stadtplanung, der Plan-UVP und bei Genehmigungsverfahren/Projekt-UVP zur Abgrenzung von belasteten Gebieten und Differenzierung der Belastungshöhe eingesetzt werden.
Neben der Abschätzung des Gefährdungspotenzials für die Vegetation erlaubt die Flechtenkartierung, in mehrjährigen Intervallen wiederholt durchgeführt, zeitliche Veränderungen der Immissionssituation anhand der Wirkungen zu dokumentieren. So können die Auswirkungen von Baumaßnahmen und Nutzungsänderungen oder die Nachhaltigkeit von Umweltschutzmaßnahmen überprüft werden. Aus diesem Grund wurde der Bestand der Flechtenvegetation bzw. seine Veränderung auch als Indikator in den Leitfaden "Indikatoren im Rahmen eine LOKALEN AGENDA 21“ (UVM, 2000) aufgenommen.