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Beim Verfahren der „Standardisierten Flechtenexposition“, so wie es in der VDI-Richtlinie 3799, Blatt 2, derzeit beschrieben ist, werden Flechten der Art Hypogymnia physodes in einem Untersuchungsraum exponiert. Sie reagieren mit äußerlich sichtbaren Schädigungen (Verfärbungen) des Flechtenkörpers auf die am Standort einwirkenden Schadstoffe. Der prozentuale Anteil der Schädigung am Gesamt-flechtenkörper wird nach 150 bzw. 300 Tagen ermittelt und weist auf die Intensität der Belastung des jeweiligen Standortes mit luftbürtigen Schadstoffen hin. Weiterhin kann auch eine Gefährdung höherer Pflanzen durch Schadstoffe abgeleitet werden.

Ausstanzen der Flechtenexponate an gefällten Bäumen (vorzugsweise Eichen)
Einbetten der Flechten mit Baumwachs in Holztafeln
Exposition der Flechtentafel im Untersuchungsraum
Ungeschädigte Flechte zu Expositionsbeginn Anfang Oktober
Geschädigte Flechte nach Ende der 360-tägigen Exposition


Seit Mitte der 80er Jahre hat die Belastung der Luft durch Schwefeldioxid - als Leitkomponente der sauren Immissionen - sehr deutlich abgenommen. Die bei der Standardisierten Flechtenexposition eingesetzte Flechte Hypogymnia physodes zeigt demzufolge auch nur noch sehr geringe Schädigungen, so dass dieses Verfahren nicht mehr sinnvoll zur räumlich differenzierenden Dokumentation der Wirkung saurer Luftverunreinigungen eingesetzt werden kann.
Dieses Verfahren wird aber seit einiger Zeit verstärkt eingesetzt, um die Belastung der Luft durch Stickstoff oder Schwermetalle zu unter-suchen. Die Flechten dienen hierbei nicht mehr als Reaktionsindikatoren, sondern zeigen die Wirkung über die Anreicherung der Schadstoffe im Flechtenkörper an, die Flechten werden hier also als Akkumulationsindikatoren eingesetzt.



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