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Der Boden ist neben Luft und Wasser unentbehrliche Grundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Böden dienen dem Menschen in vielfältiger Weise: als Standort für die Vege-tation, Anbaufläche für die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie von pflanzlichen Rohstoffen (z.B. als regenerative Energieträger), Lebensraum für Bodenorganismen, Ausgleichs-körper im Wasserkreislauf, Filter und Puffer für Schadstoffe sowie als landschaftskundliche Urkunde.

Aufgrund der begrenzten Flächen kommt dem Schutz des Bodens eine vorrangige Bedeutung zu. Neben Bodenverbrauch durch zunehmende Bebauung und nutzungsbedingte Erosion geht eine zusätzliche Gefährdung des Bodens durch einen fortschreitenden Eintrag von anorganischen und organischen Schadstoffen aus. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Schadstoffe, die im Boden angereichert und nicht oder nur extrem langsam abgebaut werden, für die der Boden die Rolle eines "Langzeitgedächtnisses" übernimmt. Solche Schadstoffe können Bodenorganismen und Grundwasser gefährden und über Nahrungs- und Futterpflanzen Eingang in die Nahrungskette des Menschen finden.

Bodenfunktionen

Durch das seit März 1998 geltende Bundes-Bodenschutzgesetz bzw. die 1999 in Kraft getretene Verordnung liegt ein bundesweit einheitliches Regelwerk vor, das durch Gesetze und Verordnungen der Länder ergänzt wird. Zweck dieser Gesetze ist es, nachhaltig die Funktionen des Bodens zu sichern oder wiederherzustellen. Bei Einwirkungen auf den Boden sollen Beeinträchtigungen seiner natürlichen Funktionen des Bodens sowie seine Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte soweit wie möglich vermieden werden.

Ein wesentlicher Teil des Bodenschutzes besteht deshalb in der Ermittlung und Bewertung einer bestehenden Belastung des Boden bzw. einer vorhabensbedingten Zusatzbelastung auf der Basis der Maßnahmen-, Prüf- und Vorsorgewerte der Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV) vom Juli 1999.

grafische Dokumentation der Bodennutzung

Im Rahmen eines Bodenmonitoring-Programms mit Dauerbeobachtungsflächen kann der Stoffeintrag über einen längeren Zeitraum kontrolliert werden.

Darüberhinaus ergibt sich durch die sogenannten Bodenschutzklausel im Baugesetzbuch Hand-lungsbedarf für die Umsetzung flächensparender und bodenschonender Planungen. Durch die Kartierung der Bodenfunktion und die Bewertung der Bodenflächen mit Hilfe von Kriterien und geeigneten Beurteilungsverfahren lassen sich aber Wege zu einem sowohl aus bodenschutzfach-licher als auch aus planerischer Sicht sparsamen und schonenden Umgang mit Grund und Boden auf der regionalen, gesamtstädtischen und teilräumlichen Planungsebene aufzeigen.

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