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Einsatzmöglichkeiten von Bioindikatoren:
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Nachweis von Immissionswirkungen – unspezifisch:

Standardisierte Flechtenexposition (VDI 3799, Blatt 2):
Ermittlung der aktuellen pflanzenschädigenden Gesamtwirkung von Umweltbelastungen
- Exposition der Blattflechte Hyppogymnia physodes über einen Zeitraum
  von 360 Tagen (Beginn: Anfang Oktober)
- Ermittlung des prozentualen Anteils der geschädigten Fläche an der Ge-
  samtfläche des Flechtenkörpers
- Dokumentation der intergralen Immissionswirkung und Abschätzung des
  Gefährdungsgrades für forstliche, gärtnerische und landwirtschaftliche
  Kulturpflanzen
Kartierung der Flechtenvegetation (VDI 3957, Blatt 13):
Ermittlung der langfristigen pflanzenschädigenden Gesamtwirkung von Umweltbelastungen
- Erfassung der Häufigkeit (Frequenz) aller vorkommender Strauch-, Blatt-
  und Krustenflechten an 6 bis 12 Bäumen pro Rasterfläche und Ermittlung
  der Frequenzsummen pro Baum
- Berechnung der Flechtendiversitätswerte nach VDI 3957/13 pro Raster-
  fläche und Bewertung anand der VDI-Bewertungsmatrix 
- Dokumentation der intregalen Immissionswirkung durch Ausweisung unter-
  schiedlicher Luftgütezonen und Ursachenanalyse
- zusätzlich möglich: Auswertung des Artenspektrums in Bezug auf Biodiver-
  sität oder Zeigerwerte (pH-Wert des Substrates, Feuchte, Temperatur,
  Immissionsempfindlichkeit
Flächenbestimmung epiphytischer Flechten zur immissionsökologischen Langzeitbeobachtung (VDI 3957, Blatt 8):
Ökologische Bewertung von Standorten anhand der Zeigerwerte von Flechten
- Kartierung der Flechtenvegetation nach VDI 3799, Blatt 1
- Auswahl der 4 bestbewachsenen Teilflächen des Aufnahmegitters am Baum
mit der höchsten Frequenzsumme
- Übertragung der äußeren Kontur aller vorhandenen Flechtenarten auf eine
  transparente Folie
- Digitalisierung der Folie mit dem Scanner
- Ermittlung der prozentualen Flächenanteile der aufgenommenen Flechten
  durch eine speziell hierfür entwickelte Software
- Ermittlung der Kenngrößen zur ökologischen Bewertung:
  Berechnung der mittleren Zeigerwerte amhand der Zeigerwerte einzelner
  Flechten für die Immissionsempfindlichkeit, den Nährstoffgehalt und des pH-
  Wertes der Rinde und den ermittelten pozentualen Flächenanteilen
- verbale Interpretation der Kenngrößen

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Nachweis von Wirkungen bestimmter Immissionen (Aktives Monitoring):
Untersuchungen mit speziell angezogenen und in den Untersuchungsraum ausgebrachten Pflanzen

Standardisierte Graskultur (VDI-Richtlinie 3957, Blatt 2),
Grünkohl-Verfahren (VDI-Richtlinie 3957, Blatt 3)
Ermittlung von Schadstoffanreicherungen in Welschem Weidelgras bzw. Grünkohl
z.B. von Schwermetallen (Arsen, Blei, Cadmium usw.) oder organischen Schad-stoffen (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, polychlorierte Dibenzo-dioxine/-furane, polychlorierte Biphenyle)
- Standardisierte Anzucht gemäß VDI-Richtlinie im Gewächshaus
- Standardisierte Graskultur (Bild links): 14-(28-)tägige Exposition (10 bzw.
5 Serien) in der Vegetationsperiode (Mai - Oktober)
- Grünkohl-Verfahren (Bild rechts): Exposition im Herbst über 8-wöchigen
  Zeitraum (Oktober - Dezember)
- Chemische Analyse der Schadstoffgehalte in den Pflanzenproben
- Vergleich mit Grenzwertempfehlungen zum Schutz von Pflanzen und
  landwirtschaftlichen Nutztieren bzw. mit Referenz- bzw. Hintergrundwerten
Indikatorfächer für Photooxidantien (VDI 3957, Blatt 6):
Ermittlung der Wirkung von Photooxidantien, vor allem ihrer Leitkomponente Ozon an Tabak (Bild links), Buschbohnen und Kleiner Brennnessel
- Standardisierte Anzucht der Pflanzen im Gewächshaus
- 14-tägige Exposition in einem schattierten Metallgestell) (Bild rechts) in der
   Vegetationsperiode (Mai - Oktober) (i.d.R. 10 Serien)
- Bonitur der Blattschädigung und Ermittlung des prozentualen Anteils der
  geschädigten Fläche an der gesamten Blattoberfläche
- Dokumentation der Wirkungen photochemischer Oxidantien (insbesondere Ozon)


Nachweis von Wirkungen bestimmter Immissionen (Passives Monitoring):
Untersuchungen der frei an einem Standort aufwachsenden Vegetation

Kartierungen:

Kartierung von Pflanzen
Ermittlung von standortsuntypischen Vegetationsformen und Schäden an Pflanzen
- Kartierung der Bereiche mit auffälligem Pflanzenbewuchs bzw. sichtbaren
Schädigungen
- Abschätzung des flächenmäßigen Anteils und Auswertung in bezug auf
Zeigerwert von Pflanzen für bestimmte Umweltfaktoren und Ursachenanalyse
Probenahme der aufwachsenden Vegetation:
- Analyse der Nadeln und Blätter von Bäumen
- Moosmonitoring
- Analyse von Nahrungs- und Futterpflanzen

Ermittlung von Schadstoffanreicherungen in den gesammelten Pflanzenproben
z.B. von Schwermetallen (Arsen, Blei, Cadmium usw.) oder organischen Schadstoffen (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, polychlorierte Dibenzodioxine/-furane, polychlorierte Biphenyle)
- Chemische Analyse der Schadstoffgehalte in den Pflanzenproben
- Vergleich mit Normalgehalten sowie Grenz-/Richtwertempfehlungen für den
  Schadstoffgehalt in Nahrungs- und Futtermitteln

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Wirkungsbezogener Nachweis gesundheitlicher Risiken:
Untersuchungen mit speziellen Test-Organismen im Labor

Auch zum wirkungsbezogenen Nachweis gesundheitlicher Risiken, z.B. einer Erbgutschädigung durch die besonders in jüngster Zeit in Blickfeld gerückten krebserregenden Schadstoffe aus Kfz-Abgasen oder auch thermischen Abfallbehandlungsanlagen, stehen inzwischen erprobte, hoch standardisierte Biotest-Verfahren zur Verfügung. Dieser Nachweis erfolgt hier mit Testorganismen wie Zellkulturen, Mikro-organismen, Niedere Tiere und Pflanzen. Vor Ort genommene Proben der Umgebungsluft werden im Labor aufgearbeitet. Mögliche Wir-kungen von Schadstoffen lassen sich dann anhand von Änderungen der Lebensfunktionen der Testorganismen feststellen.

Zu den wichtigsten biologischen Wirkungskriterien, die für Emissions- und Immissionsproben von Bedeutung sind, zählen:

Cytotoxizität (Zellgiftigkeit)
Verfahren: MICROTOXTM-Test, Neutralrot-Test, CHO-Test

Gentoxizität (Erbgutverändernder / krebsauslösende Wirkung)
Verfahren: Ames-Test, MUTATOXTM-Test, Tradescantia-Test

Enzyminduktion
(Ausnutzung des Bindungsvermögens bestimmter Schadstoffe an spezifische Rezeptoren in der Zelle und Auslösung einer Enzyminduktion)
Verfahren: AHH-Test, EROD-Test.

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