Ermittlung von Wirkungen mit Bioindikatoren:

Die Reaktion auf Schadstoffe wird durch regelmäßiges Protokolieren der Schadbilder in definierten Zeitintervallen und nach einheitlichen Regeln erfasst. Aus der Reaktion der pflanzlichen Bioindikatoren kann dann auf die Gefährdung der Vegetation in einem Untersuchungsraum geschlossen werden.
Die Akkumulation von Schadstoffen wird mit Hilfe chemischer Analysen festgestellt. Die Ergebnisse vermitteln einen Einblick in Höhe und Art der Schadstoffbelastung mit ihrer zeitlichen und räumlichen Auswirkung in einem Untersuchungsraum. Desweiteren kann anhand der Gehalte der in pflanzlichen Bioindikatoren angereicherten Schadstoffe die Gefährdung von Mensch und Tier über die Nahrungs- und Futtermittelkette abgeschätzt werden.

Vorgehensweise bei Wirkungsuntersuchungen mit Bioindikatoren:
Für Wirkungsuntersuchungen stehen Verfahren zur Verfügung, die z.T. seit Jahrzehnten erprobt und im Einsatz sind. Ihre Durchführung ist in vielen Fällen durch Richtlinien (z.B. VDI - Verein Deutscher Ingenieure) standardisiert. Je nach Fragestellung können Bioindikatoren gezielt in verschiedenen Wirkungsebenen oder aufeinander aufbauend eingesetzt werden.

Man unterscheidet hierbei zwischen dem
--> Passiven Monitoring:
Hier werden die Wirkungen an Pflanzen oder anderen Organismen erfasst, die bereits vor Ort (im Ökosystem) vorhanden sind.
und dem
--> Aktiven Monitoring:
Die Bioindikatorpflanzen werden bei dieser Vorgehensweise im Gewächshaus unter genau festgelegten Bedingungen angezogen. Sie kommen dann für einen definierten Zeitraum im Freiland zur Exposition. Nach dieser Expositionsphase werden die Wirkungen ermittelt (Bonitur von Schädigungen, chemische Analyse der Schadstoffanreicherung).

  Akkumulation (Sichtbare) Reaktion
Passives Monitoring --> Nahrungspflanzen (Schwermetalle, Dioxine/Furane,
      PCB, PAH)
-> Futterpflanzen (Schwermetalle, Dioxine/Furane,
     PCB, PAH)
--> Nadel-/Laub-Bäume
--> Moos-Vegetation (Schwefel, Fluor, Schwermetalle,
      Dioxine/Furane, PCB, Pestizide)
--> Kartierung der Flechtenvegetation
      (langfristige Gesamtwirkung von Umweltbelastungen)
--> Kartierung der Standort vorkommender Pflanzen
      (Wirkung spezifischer Schadstoffkomponenten)
Aktives Monitoring --> Standardisierte Graskultur (Schwefel, Fluor,
      Schwermetalle, Dioxine/Furane, PCB)
--> Grünkohl-Verfahren (Dioxine/Furane, PCB, PAH)
--> Klon-Fichte (Schwefel, Schwermetalle, Dio-
      xine/Furane, PCB, PAH)
--> Indikatorfächer für Photooxidantien aus Tabak, Busch-
      bohne, Kleine Brennnessel (Photooxidantien, v.a.
      Ozon, PAN)
--> Standardisierte Flechtenexposition (Saure Luftverun-
      reinigungen, v.a. Schwefeldioxid; Ammoniak, Ge-
      samt-Stickstoff, Schwermetalle)



In einer medienübergreifenden Auswertung lassen sich die Ergebnisse dieser biologischen Untersuchungen mit den Ergebnissen von Immissionsmessungen, Boden- und Gewässer-Untersuchungen zusammenfassen. Bei diesem Konzept werden die Ergebnisse dieser verschiedenen Erhebungsmethoden gleichwertig behandelt und zu einer qualitativ neuen Aussage integriert. Dabei werden die Schutzziele Mensch, Tier, Pflanze, Boden und Grundwasser in den Vordergrund gestellt und Pfade betrachtet, auf denen diese Schutzziele durch Schadstoffe aus der Luft beeinträchtigt, belastet oder geschädigt werden können. Demgegenüber werden in den Einzel-Gutachten die Schadstoffgehalte von Luft, Boden oder Wasser oder die Wirkungen von Luftschadstoffen jeweils nur sektoral beurteilt.

Mit Bioindikatoren erhalten Sie also unmittelbare Aussagen über die Wirkungen von Schadstoffen. Die Ergebnisse können - auch für Laien - sehr anschaulich, aufschlussreich und nachvollziehbar dokumentiert werden. Mit diesen Verfahren lassen sich Verbesserungen in der Umweltbelastung nachweisen und überzeugend darstellen, sie dienen damit im Sinne eines vorbeugenden Umweltschutzes.